Canberra: verschlafene Hauptstadt Australiens

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Canberra ist das politische Zentrum Australiens und trägt den Beinamen „Busch-Hauptstadt“. Dieser Spitzname verdeutlicht, dass die Metropole wenige große Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat. Auch das Nachtleben ist wenig ausgebaut, weshalb sich die Einwohner scherzhaft als „schwarzes Loch“ Australiens bezeichnen. Aber wer auf seiner Australien-Rundreise naturbelassene Flächen besuchen und einige Tage in den luxuriösen Hotels einer Großstadt entspannen will, ist hier richtig.

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Geschichte: Wenn zwei sich streiten, entsteht eine Planstadt

Anfang des 19. Jahrhunderts stritten sich Melbourne und Sydney, die größten Städte der Insel, um den Status als Hauptstadt Australiens. Um diesem Streit ein Ende zu setzen, beauftragte die Regierung einen Architekten mit der Planung einer Kompromisslösung. Burley Griffin entwarf daraufhin Pläne, den bisher wenig besiedelten Ort Canberra zur Hauptstadt auszubauen. Am 9. Mai 1927 konnte die Gartenstadt zur australischen Hauptstadt erklärt werden.

Zu erst kamen die Aborigines

Besiedelt wurde die Region um das heutige Canberra vor 40.000 bis 60.000 Jahren von frühen Aborigine-Stämmen. Dies belegen Fundstellen im Tidbinbilla-Naturreservat, das wegen seiner vielseitigen Flora und Fauna ein beliebtes Ausflugsziel ist. Um 1820 besiedelten Europäer das Land und nannten es Canberra. Im 19. Jahrhundert lebten hier 500 Menschen, darunter 351 Sträflinge vom europäischen Festland. Erst seit 1961 hat Canberra einen Flughafen und eine langsam wachsende Wirtschaft. Wichtigster Arbeitgeber ist die Politik.

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Canberra Sehenswürdigkeiten: von natürlicher Vegetation bis zu moderner Architektur

Canberra ist kein Reiseziel für Touristen, die ein buntes Nachtleben, große Sehenswürdigkeiten oder weltbekannte Museen suchen. Dafür eignen sich die bevölkerungsreichen Metropolen Sydney und Melbourne besser. Wer die australische Hauptstadt besucht, erfreut sich an der naturbetonten Architektur der Planstadt. Hier und in der Region um Canberra finden sich weitläufige Naturparks mit endemischer Vegetation, darunter der Canberra-Nationalpark und die botanischen Gärten der Universität von Canberra.

In South und North Canberra liegen die meisten historischen Gebäude der „Busch-Hauptstadt“. Sie sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Besichtigungen der ältesten Gebäude der Stadt sind jedoch möglich: Die Kirche St. John the Baptist in Reid wurde 1845 eingeweiht, das Blundell’s Cottage am Lake Burley Griffin war seit 1860 bewohnt. Wer sich für die Geschichte Australiens interessiert, besucht das Nationalmuseum, das mit seiner postmodern-bunten Fassade schon von außen eine Besichtigung wert ist.

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Touristische Informationen: Anreise und Hotels

Der internationale Flughafen Canberras dient nur dem inneraustralischen Passagier- und Warentransport. Wer die Stadt aus dem Ausland besuchen will, fliegt nach Sydney oder Melbourne und nutzt von dort die Zug- oder Busverbindungen in die Hauptstadt. Ideal ist die Anfahrt mit dem Auto, denn Canberra hat ein gut ausgebautes Straßennetz, aber keinen Nahverkehr.
Wer auf einer Australien-Rundreise mit dem Wohnmobil nach Canberra kommt, findet auf den Campingplätzen am Stadtrand preiswerte Unterkünfte. Es gibt wenige Hotels und Pensionen. Die Vier- und Fünfsternehotels der Stadt sind luxuriös und teuer. Bei einer frühzeitigen Buchung oder kurzfristigen Anfrage sind Rabatte möglich.

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