Baracoa – Juwel im wilden Osten Kubas

Kuba Baracoa Kirche

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„Ein Schatz in einem Tresor aus Bergen“ – so beschreibt der kubanische Sangesmatador Cayamba das abgelegene Baracoa im äußersten Osten Kubas. Die tropische Stadt mitten in der Wildnis war lange Zeit vom restlichen Kuba abgeschnitten und nur über den Seeweg erreichbar. Dies ist sicher ein Grund dafür, dass sie heute zu den verrücktesten Orten auf der Insel zählt und ihren ganz eigenen Charme versprüht. Baracoa liegt eingekesselt von der Gebirgskette Sierra del Purial, der Flussmündung des Río del Miel und dem Atlantik fernab der Hauptverkehrsrouten. Eine Legende besagt, dass jeder, der einmal in dem Fluss gebadet hat, der Stadt auf immer und ewig verfällt.

Das Klima ist tropisch mit einer besonders hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu 40°C. Deshalb eignet sich die Region hervorragend für den Anbau von Kaffee, Bananen und Kakao. Die Landschaft ist von üppigem Regenwald, satten Berglandschaften und weißen Stränden geprägt. Besonders markant ist das Wahrzeichen der Stadt, der Tafelberg El Yunque. In Begleitung eines Guides kann man den 575 m hohen Berg besteigen und bei einer Wanderung in eine Welt voller uralter Wälder, wild wachsender Orchideen und tosender Wasserfälle eintauchen. Die einzigartige Artenvielfalt exotischer Tiere und Pflanzen Ostkubas lässt sich besonders gut im Nationalpark Alejandro de Humboldt erleben, der zum UNESCO Weltnaturerbe zählt.

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Auf den Spuren von Kolonialherren, Freibeutern und Revolutionären

Wie kam es, dass einer der isoliertesten Flecken Kubas zur „Ciudad Primada“, zur Hauptstadt der Insel, wurde? Ganz einfach: Baracoa war die erste Stadt, die auf der Karibikinsel gegründet wurde. 1492 erreichte Kolumbus auf seiner Entdeckungsreise die Bucht von Baracoa und war überwältigt: „Ich habe keinen schöneren Ort je gesehen“, schreibt er in sein Logbuch. Das Holzkreuz, das der Entdecker in der Stadt aufgestellt haben soll, kann man heute in der Catedral de Nuestra Señora de la Asunción besichtigen. Im August 1511 gründete der spanische Eroberer und Gouverneur Diego Velázquez nach erbitterten Kämpfen mit den Ureinwohnern die Stadt Baracoa als erste Siedlung auf Kuba.

Die Hauptstadt geriet jedoch schon einige Jahre nach ihrer Gründung wegen ihrer abgelegenen Lage schnell in Vergessenheit und verlor an Bedeutung. Diesen Umstand nutzten Piraten, die Unterschlupf auf den nahegelegenen Tortuga-Inseln gefunden hatten: Sie starteten immer wieder Plünderungszüge nach Baracoa. So mussten die Besatzer die Stadt mit massiven Befestigungsanlagen wie die Fuerte de la Punta und das Castillo de Seboruco gegen die Freibeuter schützen. Schmuggel und Tauschhandel florierten genauso wie der Anbau von Bananen, Kokosnüssen und Kakao. Während der Unabhängigkeitskriege diente das isolierte Baracoa Widerstandskämpfern wie José Martí als Rückzugsort. Die Revolutionäre schufen eine Verbindungsstraße zwischen Baracoa und dem restlichen Kuba: la Ferola, eine 120 km lange Straße mitten durch die Berge.

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Baracoa – Eine Portion Lebenslust pur, por favor!

Die Menschen in Baracoa verstehen es, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Das äußert sich vor allem in ihrer Leidenschaft für gutes Essen, Musik und Tanz. Baracoa gilt als Mekka für Gourmets und überrascht im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Kubas mit einer kreativen, abwechslungsreichen und äußerst schmackhaften Küche. Kein Wunder: Zutaten wie Kakao, Bananen und Kokosnüsse wachsen hier direkt vor der Haustür. „Baracoa ist ein Liliput aus Frangollos, warmer Schokolade und Haifischgulasch.“ Mit diesen Worten bringt der französisch-kubanische Schriftsteller Alejo Carpentier die kulinarischen Vorzüge der Stadt auf den Punkt.

Haifischgulasch findet man zwar auf keiner Speisekarte, dafür gibt es eine breite Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten. Dazu wird oft eine exotische Soße aus Kokosmilch, Tomaten, Knoblauch und Gewürzen, die lechita, gereicht. Frangollo, knusprig frittierte und zerstampfte Gemüsebananen, runden das Geschmackserlebnis ab. Süße Gaumen sollten sich die Spezialität Baracoas – cucurucho – nicht entgehen lassen. Die Mischung aus Kokosraspeln, Honig und pürierten Früchten wird in Palmblätter gewickelt serviert.

Aber nicht nur die vielen kulinarischen Köstlichkeiten, sondern auch Musik und Tanz sind in Baracoa Grundnahrungsmittel. Besonders auf der quirligen Plaza de la Independencia trifft sich Jung und Alt, um gemeinsam zu feiern. Bekannt ist die Stadt vor allem für die Changüí-Musik, in der sich Gitarrenklänge mit afrikanischen Rhythmen vermischen. Außerdem ist Baracoa die Heimat des Tumba Francesa, ein kreolischer Tanz mit französischen Einflüssen, der von Slaven nach Kuba gebracht wurde.

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