Kulturreise auf der Straße historischer Theater

Eine Reise auf der Straße historischer Theater führt zu bedeutenden Theaterbauten des Kontinents. Inzwischen gibt es diese touristische Straße europaweit. Alles begann 2007 mit der Deutschlandroute, die mittlerweile 13 ausgewählte Schauspielstätten miteinander verbindet.

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Deutsche Route – historische Theater im Norden

Theater Putbus

Den nördlichsten Punkt dieser Ferienstraße bildet das 1821 eingeweihte Theater Putbus. Seit Anfang des 17. Jahrhunderts entstanden an deutschen Höfen und Residenzstädten immer mehr Theaterhäuser. So auch auf Rügen, wo Fürst Malte seine neue Stadt Putbus mit italienischem Flair erbauen ließ. Der klassizistische Bau bot damals Platz für 300 Zuschauer und blieb bis heute das einzige Theater der Insel.

Schweriner Hoftheater

Zweites Haus der Tour ist das ehemalige Großherzogliche Hoftheater in Schwerin. Äußerlich ist der 1886 eröffnete Bau der italienischen Renaissance nachempfunden, der Zuschauerraum ist im Stil des Neubarock gestaltet. Noch heute beeindruckt das Gemälde auf dem sorgsam restaurierten Schmuckvorhang die Theaterbesucher, zudem gehören die original erhaltenen Bühnentechnik sowie eine funktionierende Bühnenorgel aus dem Hause Ladegast zu den Attraktionen.

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Schauspielhaus Neubrandenburg

Nächste Etappe ist das barocke Schauspielhaus in der Neubrandenburger Altstadt. Seine bewegte Geschichte begann als Strelitzer Hoftheater. In den Jahren 1793/94 ließ der Herzog von Mecklenburg-Strelitz den Fachwerkbau zum Sommerspielort umbauen. Später diente er Jahrzehnte lang anderen Zwecken, unter anderem als Vulkanisierwerkstatt. Inzwischen ist das älteste erhaltene Theatergebäude Mecklenburgs wunderbar restauriert und seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben.

Historische Theaterstraße von Potsdam bis Thüringen

Neues Palais Potsdam

Die Theaterstraße führt weiter nach Potsdam zum Schlosstheater im Neuen Palais. Bauherr des 1769 fertiggestellten Theaters war Friedrich der Große, dementsprechend prunkvoll wirkt der Theatersaal. Sein Baustil erinnert an antike Theater, ausgestattet ist er im Rokokostil, wobei goldfarbene Hermen und Ornamente herausragen.

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Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Etwas bescheidener geht es weiter südlich im Goethe-Theater Bad Lauchstädt zu. Der Dichter selbst ließ es 1802 als Sommerspielstätte für das Weimarer Hoftheater erbauen. Im „Theatersommer“, sowie im „Konzertwinter“ lockt die authentische Spielstätte tausende Kulturfreunde an. Wer an einer Führung durch das Haus teilnimmt, bekommt, auch die erhaltene Bühnenmaschinerie aus Goethes Zeit zu sehen.

Liebhabertheater Schloss Kochberg

Weiter führt die Kulturreise nach Thüringen in das kleine Liebhabertheater Schloss Kochberg. Es befindet sich auf dem ehemaligen Landsitz von Goethes berühmter Freundin Frau von Stein, deren Sohn es um 1800 erbauen ließ. Heute ist das restaurierte Privattheater mit nur 75 Zuschauerplätzen ein Kleinod an der Theaterstraße.

Ekhof-Theater Gotha

Mit dem Ekhof-Theater auf Schloss Friedensstein präsentiert Gotha seinen Beitrag zur Straße der historischen Theater. Außerhalb der Spielzeit ist der Barockbau als Theatermuseum zu besichtigen und offenbart dabei einzigartige Zeugnisse der Theatergeschichte. Herausragend ist die originale, hölzerne Bühnentechnik aus dem 17. Jahrhundert, die noch heute einen schnellen Wechsel des Bühnenbildes ermöglicht.

Theatermuseum Meiningen

Meiningen ist als Theaterstadt bekannt und beteiligt sich mit seinem Theatermuseum am Netzwerk der Ferienstraße. Als Gebäude dient die einstige Reithalle des Theaterherzogs Georg II., der ab 1866 einen neuen Theaterstil begründete. Unter dem Motto „Zauber der Kulissen“ werden originale Bühnenbilder und vieles mehr gezeigt.

Historische Schauspielhäuser im Süden und Westen Deutschlands

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Am Wegrand der Theaterstraße steht nun das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth. Hinter der strengen Fassade verbirgt sich ein hölzernes Logentheater im Stil des italienischen Barock. Schon 1748 schwärmte die Markgräfin Wilhelmine von der „Quintessenz des italienischen und französischen Stils“, der bis heute erhalten blieb.

Schlosstheater Ludwigsburg

Es folgt das Schlosstheater Ludwigsburg, das Baudenkmal und Kulturdenkmal zu gleich ist. Zu seinen Raritäten zählen unter anderem 16 vollständige Garnituren gemalter Bühnenbilder und die ausgeklügelte Bühnenmaschinerie.

Rokokotheater Schloss Schwetzingen

Das Rokokotheater Schwetzingen ist ein weiteres Kleinod an der Straße historischer Theater. Das Rangtheater wurde 1753 eröffnet und ist der älteste erhaltene Bau seiner Art in Europa. Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz ließ das Gebäude im klassizistischen Stil verändern, wodurch es von beiden Baustilen geprägt wird.

Comoedienhaus Wilhelmsbad Hanau

In Hanau erleben die Reisenden das Comoedienhaus Wilhelmsbad. Den Bau veranlasste der kurhessische Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel im Jahr 1781. Seit seinem Bestehen stand das Gebäude mehrfach leer oder wurde zweckentfremdet genutzt. Erst 1969 wurde es nach der Rekonstruktion wieder als Theaterspielstätte eröffnet und lockt besonders während des Hanauer Kultursommers tausende Gäste an.

Theater Koblenz

Den Abschluss der deutschen Route der Straße historischer Theater bildet das Theater der Stadt Koblenz. Ein Erzbischof gab den klassizistischen Theaterbau in Auftrag, der am 13. November 1787 eingeweiht wurde. Nach umfangreichen Restaurationsarbeiten kommt die Ausstattung des Ringtheaters dem ursprünglichen Zustand ziemlich nahe.

Einmal jährlich findet die Woche der historischen Theater statt, dann werden alle Bühnen entlang der Theaterstraße bespielt.

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